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Professioneller Notensatz von der Kommandozeile
LilyPond
Traditioneller Notensatz war eine aufwändige und teure Angelegenheit: Jede einzelne Note wurde per Hand in eine Metallplatte gestempelt, einzelne Zeichen mussten - ebenfalls manuell - sogar eingeschnitten werden.
Heutzutage findet deshalb fast nur noch computergestützter Satz Anwendung beim Publizieren von Notenblättern. LilyPond ist ein GNU-Projekt, das aus Textdateien mit Befehlen fertige Notenblätter erzeugt. Das Programm hat keine eigene grafische Oberfläche, über die man etwa die Noten in einer Vorschau mit der Maus eingeben könnte.
So, wenn Sie jetzt trotzdem weitergelesen haben, kommen wir zu den Vorteilen: LilyPond bietet überragende Satzqualität, weil die diesbezüglich sehr ambitionierten Autoren von Anfang an versucht haben, dem Schriftbild der alten Notensatzmeister nahezukommen [*]
Die Musik wird mit einer zwar einfach strukturierten, aber umfangreichen Syntax mit einem beliebigen Editor in eine Textdatei eingegeben. Ein einfaches Beispiel: Aus dem Text
c’4 d’8
macht LilyPond diese Noten:

Der Funktionsumfang der Software macht jedoch auch vor wirklich komplexen mehrstimmigen Arrangements nicht Halt, wie folgendes Beispielfragment beweist:
 Satzbeispiel „Screech and Boing“ von Han-Wen Nienhuys, aus der LilyPond-Dokumentation
Es gibt momentan kein graphisches Frontend für LilyPond im engeren Sinn. Jedoch hat wohl ein kommerzielles Notensatzprogramm bereits eine Ausgabemöglichkeit für LilyPond-Syntax (der Name des Programms ist uns nicht geläufig, sachdienliche Hinweise dazu sind sehr willkommen).
Die (englische) Dokumentation des Systems ist ausgezeichnet. Viele private und professionelle Benutzer tauschen sich in den Foren zur Anwendung miteinander aus.
Fazit: Für typographisch ambitionierten Notensatz unverzichtbar.
[*] LilyPond war ursprünglich die Antwort auf die TeX-Addons MusicTeX bzw. MusixTeX, deren Satzqualität die Autoren unbefriedigend fanden.
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